Frank Rößler –

Die Kamera im Gepäck

Zu Hause in Halle (Saale)

Halle ist Heimat

Der diplomierte Medieninformatiker Frank Rößler ist in Halle geboren. 2019 ist er, nach vielen Jahren in Berlin, wieder in die Saalestadt zurückgekehrt. Ein Porträt.

Frank Rößlers Biografie ist ein Stück Technikgeschichte, ein Stück Medien- und Internetgeschichte. Die Stationen heißen Halle, Wernigerode und Berlin. Eng verknüpft sind sie mit der Entwicklung des Internets. Heute lebt Rößler, geboren 1978 in Halle, wieder in seiner Heimatstadt. Der diplomierte Medieninformatiker erklärt seine Rückkehr hinsichtlich der Jobperspektive überspitzt, aber dennoch konkret: „Macht man etwas mit Video und Internet, ist man heute in Berlin einer von vier Millionen.“ Zudem ist es seinen Auftraggebern egal, wo er arbeitet: Die Technik funktioniert in Berlin genauso wie in Halle. Und dann gibt es ja noch die Familie. „Meine Familie ist das Wichtigste. Meine Kinder können hier zu Fuß in die Stadt gehen, ihr Aktionsradius hat sich im Vergleich zur Großstadt wesentlich erweitert“, sagt Rößler, der auch auf die zentrale und familienfreundliche Lage der Händelstadt verweist: „Wir lieben die Ausflüge in den Harz, in zwei Stunden ist man in Berlin, in vier in München, in ein paar Minuten in Leipzig.“ Zudem schätzt er die schnellen Verbindungen in Halle selbst: „Ich mag die Übersichtlichkeit der Stadt, wir haben in Halle wesentlich kürzere Wege, da entstehen zeitliche Freiräume, die wir sehr schätzen. Halle ist meine Heimat, nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Und auch Halle hat sich verändert.“ Rößler, der 1998 die Stadt verließ, staunt und freut sich heute über Halles neue Seiten – die restaurierten Fassaden und Gebäude, das Restaurant- und Kulturangebot, die Angebote auf sowie an der Saale. Und als HFC-Fan freut er sich natürlich über „das traumhafte Leuna-Chemie-Stadion“.

Die Karriere

VHS, Video8, DVD, Web-TV oder Blu-Ray. Wenn Rößler heute auf seinen Lebensweg schaut, fallen verschiedenste Begriffe, die alle mit bewegten Bildern zu tun haben. Und manche Ausdrücke muss man der jüngeren Generation schon erklären –  so schnell ging die technische Entwicklung in den letzten dreißig Jahren. Rößler war von Anfang an dabei. Als er 1998, nach seinem Abitur, ein Studium der Medieninformatik in Wernigerode begann, steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. All die Bewegtbilder, die wir heute mit einem Klick zum schnellen Laufen bringen, waren in den 90er Jahren bestenfalls eine wilde Utopie. So stand und steht Rößlers Werdegang auch immer unter dem Stern einer permanenten Weiterentwicklung, einer permanenten Fortbildung. Rößler, der heute beispielsweise als Kameramann unterwegs ist und mit seiner Firma „Luxity-TV“ Formate für Web und TV erstellt, lacht und bringt es so auf den Punkt: „Alles verändert sich ständig. So war es von Anfang an.“

„Ich mag die Übersichtlichkeit der Stadt.“

Die Liebe zu den bewegten Bildern

Doch warum hat er damals Medieninformatik studiert? Woher kam die Liebe zu den bewegten Bildern? Rößler erinnert sich und  gibt einen schönen Einblick in eine Zeit, die zwar noch gar nicht so lange her ist, aber mit Smartphone in der Hand schon gefühlte Ewigkeiten zurückliegt: „Anfang der 1990er Jahre bekam ich eine Videokamera, damit habe ich alles gefilmt. Die Jugendweihe, das Schulfest, den Urlaub.“ Rößler ergänzt schmunzelnd: „So entstanden damals elend lange Filme von bis zu sechs Stunden. Und jeder Kopiervorgang bedeutete einen erheblichen Qualitätsverlust, schon damals hoffte ich auf bessere Technik.“

Foto: Frank Rößler

Nach vielen Jahren in Berlin, wieder in die Saalestadt zurückgekehrt: Frank Rößler

Der Sprung in die Selbstständigkeit

Die Technikaffinität war geboren, so wurde Rößler später diplomierter Medieninformatiker, so ging er als Projektmanager für DVD-Connector-Projekte nach Berlin. 2007 folgte der Sprung in die Selbstständigkeit. Rößler erklärt: „Ich wollte mir die Zeit selbst einteilen, fühlte mich im Angestelltenverhältnis ein wenig eingeengt. Ich arbeite gerne ergebnisorientiert. Und letztlich bin ich auch ein Kreativer.“ So erforschte Rößler die Digitalisierung auf seine Art. Da wollten Webseiten, TV-Reportagen oder Imagefilme erstellt werden, plötzlich war es möglich, Videos ins Internet zu stellen. Alles verändert sich ständig. „Ich musste mir immer neues Wissen aneignen. Das wird sich auch nicht mehr ändern“, sagt Rößler, der 2019 die Hauptstadt verließ und wieder nach Halle zurückkehrte.

Foto: Nadine Rößler

Neue Ideen

Rößler wäre nicht Rößler, wenn er nicht schon wieder neue Ideen hätte. So widmet er sich nun dem Set-Jetting, denn immer mehr Touristen jetten zu den Drehorten ihrer Lieblingsfilme und -serien. „Nachdem die letzte Filmklappe gefallen ist, ist an Drehorten meist nichts mehr wie im Film. Doch auch das wird sich ändern“, sagt Rößler. Zur Umsetzung seiner Idee wird er aktuell von der Gründerinitiative „MEDIAstart“ der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt. In zahlreichen Workshops bildet sich Rößler immer wieder weiter. Denn alles verändert sich ständig, nur eins kann man mit Gewissheit sagen: Geht es um bewegte und bewegende Bilder im TV, im Web oder auf dem Smartphone wird Rößler weiterhin bunt mitmischen.

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