Jan Heise –

„Halle kennen, heißt Halle lieben“

Eine Stadt, die es zu erobern gilt

Spricht man den Unternehmer Jan Heise auf seine Wahlheimat an, lodert ein Feuer in seinen Augen und der gebürtige Flensburger gerät ins Schwärmen. Heise kommt Anfang der 90er für das Biologiestudium nach Halle und verliebt sich direkt in die Stadt an der Saale. Den für die damaligen Verhältnisse abenteuerlichen Schritt in die neuen Bundesländer hat Jan Heise nie bereut. Ganz im Gegenteil. Heute ist er mit seinem Unternehmen NH DyeAGNOSTICS Teil einer florierenden Unternehmenskultur im Technologiepark Weinberg Campus.

Foto: Leef Hansen

Das Rudern hat es Heise schon länger angetan. Es hat ihn in Halle begleitet.

Wenn man in eine neue Stadt kommt, dann muss man diese Stadt ein Stück weit für sich erobern. Mit dem Fall der Mauer wollte Jan Heise möglichst schnell nach Halle. Für den Mann von der See war Halle genau der richtige Ort. Neben einer spiegelglatten Saale, die das Herz des passionierten Ruderers sofort erwärmt hat, war es vor allem die Neugierde auf das damals Unbekannte. „Ich wollte in Halle etwas Neues erleben und Menschen treffen, die andere Geschichten erzählen“, sagt Jan Heise. In Halle hat er das Zuhören gelernt. Durch das Studium und den Sport lernt er viele Leute kennen. Anfang der 90er trifft er in Halle auf viele Menschen mit anderen Biografien. „Wichtig war vor allem kein Schlaumeier zu sein, sondern sich auf sein Gegenüber einzulassen und zu lernen.“

„Wenn ich mal ein Problem habe, dann weiß ich sofort, wen ich anrufen kann.

Ein Ort tiefer Freundschaften

Im ersten Semester saß er mit 60 Biologiestudierenden zusammen im Hörsaal. Die Hälfte davon kam aus den alten Bundesländern. „Von denen bin ich der Einzige, der sein Diplom gemacht hat. Für die anderen war Halle, wegen des großen Freizeitangebotes, dann doch ein wenig zu spannend“, erinnert sich Jan Heise. Er verbringt in den folgenden Jahren die meiste Zeit in der Stadt. Nur für das Studium geht Heise ein Jahr in die USA. Damals forscht er an der Universität in Berkeley. Ein Ort im sonnigen Kalifornien, der zum Bleiben einlädt. Doch diese Möglichkeit schließt Heise damals schnell aus. Als er in Berkeley anfängt zu arbeiten, hat er eigentlich nicht das Gefühl, willkommen zu sein. Es gibt zwar diese oberflächliche Freundlichkeit der Menschen dort, die ist jedoch nicht zu verwechseln mit wahrer Freundschaft. Und die findet Heise in Halle. „Hier sind über die Jahre tiefe Freundschaften und Partnerschaften entstanden und wenn ich mal ein Problem habe, dann weiß ich sofort, wen ich anrufen kann.“

Foto: Leef Hansen

Halle hat kulturell viel zu bieten. Und bei einem Spaziergang durch das Stadtzentrum trifft man meist bekannte Gesichter.

Biologe, Unternehmer und Vater

Nach seinem Studium hatte Jan Heise eine Idee für ein Produkt im Kopf, aber wenig Ahnung, wie er sie betriebswirtschaftlich umsetzen kann. Aus dem Biologen musste ein Unternehmer werden. Aber wie? „Wir haben hier in Halle eine Gründungsbetreuung, die ist eine der besten in ganz Deutschland. Von denen habe ich das betriebswirtschaftliche Rüstzeug gelernt und bin bis heute dankbar dafür“, erklärt Jan Heise.

Auch abseits von Labor und Desktop hat Halle viel zu bieten. Es ist ein toller Ort, um eine Familie zu gründen. Angefangen bei ausreichend Kitaplätzen bis hin zu
Naherholung im Grünen. „Am Wochenende habe ich viele Möglichkeiten, mit den Kindern etwas zu unternehmen. Ob Mountain-Biken in der Heide oder Paddeln auf dem Wasser. Hier gibt es auch jede Menge Skaterparks, da bin ich mit meinen Jungs gerade ständig am Wochenende.“

Foto: Leef Hansen

Im Skatepark in Halle-Neustadt kommen Kinder aus allen Teilen der Stadt zusammen.

Frohe Zukunft in Halle

Bei einer Fahrt durch Halle erlebt der Betrachter einen vielfältigen Ort. Seit vielen Jahren zieht die Stadt Menschen aus allen Regionen der Welt an. Einen großen Teil trägt hierzu die Universität bei. Sie macht Halle bunter und interessanter. „Aber auch kulturell ist Halle überdurchschnittlich gut aufgestellt“, findet Jan Heise. „Es gibt hier urige Kneipen und Cafés und in den Theatern und Programmkinos ist für jeden etwas dabei.“ Nur an einem Punkt hapert es in Halle seiner Meinung nach. „Was wir hier nicht so gut können ist, das Gute tatsächlich wahrzunehmen und vielleicht sogar stolz darauf zu sein. Da haben wir Nachholbedarf.“

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