Sandra Günther –

Die Entscheidung pro Halle

Wieder da

Die gebürtige Hallenserin Sandra Günther ist nach Stationen im Harz, in Magdeburg und Hamburg wieder zurück in ihrer Heimatstadt. „Warum?“ ist eine Frage, die ihr oft gestellt wird. Ein Porträt, eine Erklärung.

„Ich bin eben keine Großstadtpflanze.“ Die Entschiedenheit, die Selbstsicherheit, die Sandra Günther, Jahrgang 1978, bei dieser Aussage durchblicken lässt, ist groß. Man spürt die Erfahrungen, man spürt, dass da schon jemand rumgekommen ist, dass diese Selbsterkenntnis schon an etlichen Lebensstationen geschult ist.

Foto: Patrick Günther

Fang! Günther spielte einst höherklassigen Basketball.

Der Lebensweg

Geboren in Halle zog Günther zuerst mit ihrer Familie nach Thale in den Landkreis Harz, mit 14 Jahren ging sie auf die Sportschule in Magdeburg, 1996 folgte eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin in Halle, anschließend studierte sie an der Martin-Luther-Universität Sport. Im Zuge dessen spielte Günther auch höherklassigen Basketball bei den „SV Lions“, die heute „GISA Lions SV Halle“ heißen. Schließlich lebte sie fünfzehn Jahre mit ihrer Familie in Hamburg, von 2005 bis 2020 arbeitete sie dort als Sporttherapeutin. Heute schließt sich der Kreis, heute wohnt Günther wieder in Halle.

„Ich finde Halle komplett entspannt.“

Eine Typ-Frage

„Von Anfang an wusste ich, dass ich in Hamburg nicht alt werden möchte, obwohl ich dort eine gute Zeit hatte“, sagt Günther. Ihre Gründe charakterisieren die Metropolen Deutschlands ebenso wie die Händelstadt an der Saale. Günther erklärt: „In Hamburg musste alles schneller gehen. Viele Menschen, viele Autos, viel Lärm. Das prägt auch die Menschen, die, glaube ich, in der Großstadt schon ein bisschen anders ticken. Das ist eine Typ-Frage, denn ich habe auch viele Freunde, die von Hamburg schwärmen.“ In Halle hat Günther all das wiedergefunden, was ihrem Naturell entsprechender ist: Hier der entspannte Arbeitsweg, da die Parks und Wiesen, die grünen Erholungsorte, die auch mal die Möglichkeit bieten, allein zu sein.

Foto: Patrick Günther

Eingesparte Zeit. In Halle sind die Wege wesentlich kürzer, als in Hamburg.

Komplett entspannt

Günther erzählt, dass ihre Wege wieder kürzer sind, ihr die eingesparte Zeit wieder neue Möglichkeiten bietet, dass es schön ist, wieder näher an der Familie zu sein, dass sie das altbekannte studentische Flair, dieses bunte kulturelle Treiben, wieder als sehr angenehm empfindet. Und dann lässt sie noch so einen nachdrücklichen Satz fallen: „Ich finde Halle komplett entspannt.“

Heute trainiert Günther ehrenamtlich Kinder beim „SV Halle – Abteilung Leichtathletik“, heute nennt sie vor allem die Peißnitz-Insel und die Ziegelwiese, wo sich diverse studentische Sportangebote austoben können, ein Stück Heimat.

Foto: Patrick Günther

Mal im Grünen alleine sein: Sandra Günther liebt es.

Erstaunte Hamburger

Und die in Hamburg aufgewachsenen Kinder? Gab es Anpassungsschwierigkeiten?  „Meine Kinder haben in Hamburg die verschiedensten Kulturen kennengelernt, sie haben davon sehr profitiert. Das sind Erfahrungen, die ihnen heute helfen. Und in Sportlerkreisen ticken viele Menschen sehr ähnlich. Man hat Ziele, ist diszipliniert und hilft einander.“ Und die Freunde?

Was sagen die Hamburger, wenn sie zu Besuch sind? Günther lacht und erzählt: „Es sind positive Reaktionen, tatsächlich hat Halle im Norden noch manchmal den Ruf einer dreckigen Chemie-Stadt. Und dann staunen sie, wie wenig Autos hier im Vergleich zu Hamburg fahren, wie schön sich die Stadt herausgeputzt hat.“ Günther berichtet schmunzelnd und nachsichtig davon, dass oft gefragt wird, warum sie der Metropole Hamburg den Rücken kehrte, warum sie in die Saalestadt zurückkehrte. Und dann antwortet sie immer entschieden mit dem Verweis auf ihr Naturell, mit dem Wissen um ihre bevorzugte Lebensqualität: „Ich bin eben keine Großstadtpflanze.“

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