Halle-Neustadt

In den 60er-Jahren wurden die Chemiewerke in Buna und Leuna weiter ausgebaut. Für die vielen Arbeiter wurde daraufhin in Halle, ein bisschen ab vom Zentrum, ein Neubaugebiet errichtet, um sie nahe ihrem Arbeitsplatz unterbringen zu können.

Neubaugebiet? Chemiewerke? So richtig schön klingt das nicht, aber jedes Stadtviertel findet nun mal irgendwo seinen Anfang. Die Neustadt ist damals wahnsinnig schnell größer geworden und hatte einen enormen Bevölkerungszuwachs, der allerdings in den 90er-Jahren erheblich einbrach.
Warum die Neustadt trotzdem (wieder) ein beliebtes Wohnviertel ist, lässt sich auf wenig komplizierte Art darlegen. In erster Linie sind die Mieten hier mehr als erschwinglich. Fairerweise sollte dabei nicht unerwähnt bleiben, dass Halle allgemein keine vergleichbar hohen Mieten wie andere Großstädte hat. Trotzdem zeichnet sich die Neustadt in dieser Hinsicht noch einmal besonders aus. Dazu gesellen sich aber noch weitere Umstände:

Ganz in der Nähe des nördlichen Teils und in guter Erreichbarkeit liegen z. B. der Weinberg-Campus und der Heide-Campus. Aber auch der Hauptcampus ist zumindest von der Südlichen und Nördlichen Neustadt aus schnell zu erreichen.
Apropos Erreichbarkeit: Die ÖPNV-Anbindung ist fantastisch. Abgesehen von diversen Straßenbahn- und Buslinien hat die Neustadt auch eine eigene S-Bahn-Station.

Foto: Thomas Ziegler

Foto: Thomas Ziegler

Zwischen dem vielen Beton gibt es tatsächlich unzählige unbenannte Grünflächen und Parks, es gibt einige Teiche und Seen und viele Sportanlagen und Spielplätze.

Im südlichen Teil gibt es zum Beispiel einen Stadtpark. Der Südpark wird vom Kirchteich und der B 80 umschlossen. In der Westlichen Neustadt findet man auch einen kleinen Teich, er heißt tatsächlich auch „Kleiner Teich“. Die meisten Seen und Teiche gibt es aber im Gewerbegebiet: den Friedhofteich, den Steinbruchsee und die Angersdorfer Teiche, zu denen auch ein Freibad gehört. Der Bruchsee und der angrenzende Park im nördlichen Teil sind auch einen Ausflug wert. Von dort aus hat man außerdem (aber nicht ausschließlich) einen guten Blick auf die fünf Hochhausscheiben von Halle-Neustadt. Sie wurden übrigens als Pendant zu den fünf Türmen der Altstadt gebaut. 

Besonders Sportanlagen sind hier auch en masse zu finden. So steht in diesem Teil der Stadt zum Beispiel der Sparkassen-Eisdom, in dem die Saale Bulls zu ihren Heimspielen auflaufen und dessen Eisfläche in der Saison fast täglich für Besucher zum Eislaufen geöffnet ist. Die SWH. arena, wo die Profibasketballerinnen und Profihandballerinnen aus Halle ihre Heimsiege erkämpfen, ist auch in der Nachbarschaft angesiedelt. Außerdem findet man allein drei verschiedene Fußballvereine mit entsprechendem Fußballplatz. Die Schwimmhalle Neustadt kann an dieser Stelle auch empfohlen werden, um dort gelegentlich seine Bahnen zu ziehen.

Wirklich beliebt sind im Übrigen auch die Skateparks in Halle. Sie haben zwar auch offizielle Namen, werden aber eigentlich nur mit verschiedenen Farben bezeichnet. In der Neustadt gibt es drei, den Skatepark am Kinderdorf (der Gelbe), den Skatepark Neustadt (der Graue) und den Skatepark Heide-Süd (der Blaue), der natürlich an den Stadtteil Heide-Süd angrenzt. Besonders der zweite liegt eigentlich mitten im Zentrum und Herzen der Neustadt, was sehr ungewöhnlich für so eine Anlaufstelle ist. Gerade deswegen war er, und ist er noch heute, ein wichtiges Projekt für den Stadtteil. Im Übrigen gibt es auch noch eine Skatehalle, die Fliparena, die etwas näher in Richtung des Zentrums liegt. 

Genug der Skateparks, ein bisschen Zerstreuung findet sich in der Neustadt auch. Das Neustadt Centrum ist beispielsweise ein großes Einkaufszentrum direkt an der Magistrale mit unzähligen Geschäften, die es beherbergt.