Heide-Süd

Halles neuster Stadtteil befindet sich im Westen der Stadt, süd-westlich von Kröllwitz, nördlich zur Neustadt und süd-östlich zur Dölauer Heide.

Heide-Süd gehört erst seit 1994 zu Halle. Bis Mitte des 19. Jh. wurde an diesem Ort lediglich Wein angebaut. Nachfolgend befand sich dort für fast 90 Jahre bis 1935 die Landesheil- und Pflegeanstalt zu Nietleben und danach bis 1945 eine Heeres- und Luftnachrichtenschule. Bis 1991 waren sowjetische Streitkräfte auf dem Gelände stationiert, wo die Offiziere und Soldaten mit ihren Familien lebten und quasi eine „Stadt in der Stadt“ bewohnten. Das ganze Gebiet war durch eine Mauer von der Außenwelt abgeriegelt und für die HallenserInnen trotz der Nähe nicht wirklich greifbar. Ab 1991, nachdem die Truppen abgezogen waren und das Areal an den Bund überging, hat die Stadt Halle sich um das Gebiet bemüht, bis sie sich 1994 über den Kauf einigen konnten.

Foto: Thomas Ziegler

Die Vision für den Stadtteil kann man heute noch sehen. Er ist ein Wissenschaftsstandort geworden, konnte sich als neues Wohngebiet etablieren und statt einer Mauer umranden ihn heute Grünflächen.

Gemeinsam mit dem Weinberg-Campus in Kröllwitz, beheimatet der Campus Heide-Süd der MLU die Naturwissenschaften, dabei insbesondere die Fakultäten II für Chemie, Physik und Mathematik und III für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Geowissenschaften und Informatik. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Center, das Fraunhofer-Institut, das Leibniz-Institut und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung liegen daher ebenfalls an der östlichen Grenze zu Kröllwitz. Damit stellt der Technologiepark ein Verbindungselement beider Stadtviertel dar.
Von der Innenstadt aus braucht man mit der Bahn keine zehn Minuten bis zum Campus und auch der Weg ins Wohngebiet ist nur ca. 15 Minuten und einen Umstieg von der Bahn in den Bus entfernt.

Das Unisportzentrum (USZ), das mit über 220 Kursen für das vielseitige Sportangebot der Universität verantwortlich ist, hat auf dem Campus-Gelände auch seinen Sitz. Und weil Studierende nicht nur wissenshungrig sind, wurde 2011 die Heidemensa neu errichtet. Sie stammt dabei aus der Feder des gleichen Architekturbüros, das auch das Juridicum und den Audimax auf dem Hauptcampus entworfen hat.

Foto: Thomas Ziegler

Eine weitere Besonderheit des Viertels ist, dass es komplett im Grünen liegt. Die Weinbergwiesen und die Hundewiesen bilden eine Verbindung von der nahegelegenen Peißnitzinsel zur Dölauer Heide. Beides sind beliebte Naherholungsgebiete und laden ein zum Ausruhen und tief Durchatmen. Sehr repräsentativ ist außerdem das „Grüne Dreieck“. Im Herzen des Viertels liegend, bietet es eine große Wiesenfläche, wo auch der Wasserspielplatz zu finden ist, der es in Halle zu richtiger Berühmtheit geschafft hat. Der Aussichtshügel ist für einen Blick über die Stadt auch einen Abstecher wert und ansonsten ist er natürlich für Familien ein dankbares Ausflugsziel. Das Viertel ist somit trotz seiner jungen Jahre sowohl als Wohngebiet als auch als Forschungsstandort von immenser Bedeutung für die Stadt und verdient auch jede Beachtung, die es bekommen kann.