Paulusviertel

Die Häuser schmücken sich im Geheimen mit begrünten Innenhöfen. Kleine Oasen der Ruhe im Herzen der Stadt. Das ist der Charme des Altertums. Hier können alle Makel noch romantisiert werden. Apropos romantisiert: Die Luwu verläuft vom Reileck aus bergauf – von oben hat man den Blick auf die schönsten Sonnenuntergänge.

Die Pauluskirche, die sich im Kern des Stadtteils auf dem sogenannten Hasenberg erhebt, gab dem Stadtviertel Anfang des 20. Jahrhunderts übrigens seinen Namen. Sie liegt komplett im Grünen. Der Hasenberg kann super als Rodelberg genutzt werden. Die Wege ringsherum sind von Bäumen gesäumt, wie kleine Alleen. Die Wiesen laden zum Hinfallen und Liegenbleiben ein, die Treppenstufen zum Stehenbleiben und Umdrehen: für den Ausblick, bevor man die Kirche erreicht hat. Die Straßen bilden sich ringförmig um die Kirche. Sie schmückt den Rathenauplatz, der früher einmal Kaiserplatz hieß. Passend dazu: Das Viertel wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Kaiserviertel geplant – als Wohnort für Professoren und Beamte. Heute wohnen hier vermehrt junge Familien mit Kindern, aber auch Studierende werden trotz der inzwischen höheren Mieten von der zentralen Lage angezogen und von der Umgebung ein bisschen verzaubert.

Foto: David Köster

Foto: David Köster

Abgesehen davon warten noch einige mehr Empfehlungen:

Eis essen:
Eisdealer an der LuWu – bekannteste Eisdiele im Paulusviertel, es gibt kleine Kugeln für Kinder und veganes Eis
Vanilla der Eisladen –  das Stracciatellaeis ist der Knaller, man munkelt, das vegane Eis sei da noch besser als beim Eisdealer

Essen:
Colonne Morris – von Frühstück bis zu Flammkuchen und von Pancakes bis zu Pasta, hier finden sicher viele Herzen ihr Glück
Zwei Zimmer, Küche, Bar – es gibt zwei Zimmer, eine Küche, eine Bar und ein bisschen Musik – mehr braucht’s ja auch nicht
Mextreme – schon allein, um den Unterschied zwischen Tortillas, Burritos, Enchiladas, Chimichangas und Tacos zu lernen, lohnt sich ein Besuch mit Sicherheit

Einkaufen:
24h-Edeka – wie der Name schon sagt, Rettung rund um die Uhr
Crummes Eck – hier werden Lebensmittel ausgegeben, die Supermärkte und Discounter nicht mehr verkaufen können oder die es gar nicht erst in den Verkauf schaffen. Klamotten und Bücher können im Tausch-Flur mitgenommen werden. Man muss nichts bezahlen, aber ohne kleine Spenden kann sich der Laden natürlich nicht halten – also seht es doch wie einen normalen Einkauf.

Sehenswürdigkeiten:
Pauluskirche – auch ohne oder mit anderer Konfession zumindest einen Besuch wert, um die Backsteingotik zu bewundern

Synagoge – sie befindet sich unweit der Pauluskirche, an sie grenzt ein jüdischer Friedhof an. Sie wurde 1953 als solche eingeweiht, nachdem sie jahrelang eine Friedhofskapelle dargestellt hatte. Auf dass ihre Türen und Mauern alles abhalten können und es doch nie wieder beweisen müssen!

Wasserturm Nord – er wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Rossplatz ganz in der Nähre der heutigen Synagoge gebaut und erfreut sich inzwischen seines Ruhestandes. Er wird selbstverständlich nicht mehr zur Trinkwasserversorgung genutzt. Aber als Wahrzeichen und Denkmal macht er immer noch viel her.