Südliche Innenstadt

Eine der größten und interessantesten Einrichtungen in der Südlichen Innenstadt sind ohne Frage die Franckeschen Stiftungen. August Hermann Francke (allein der Name zählt als Wahrzeichen) kam 1692 nach Halle und ging als Pastor an die St.-Georgen-Kirche in Glaucha. In der kleinen Vorstadt Halles kam es durch die vielen Schankwirtschaften zu großen sozialen Missständen. Francke war es schließlich, der hier die erste Armenschule und ein Waisenhaus eröffnete. Damit legt er den historischen Grundstein für eine regelrechte „Schulstadt“. Heute noch wird auf dem komplexen Gelände gelernt, denn sowohl die Erziehungswissenschaften als auch die Theologische Fakultät der MLU sowie die dazugehörige Zweigbibliothek sind nach wie vor auf diesem Grund verortet. Darüber hinaus lohnt sich ein Besuch für die Dauer- und Sonderausstellung, um mehr über die Einrichtung und ihre Geschichte zu lernen.

Foto: David Köster

Foto: David Köster

Passend zum theologische Grundtenor befinden sich auch die St. Georgen Kirche, die Katholische Propsteikirche St- Franziskus und St. Elisabeth und die St. Johannes Kirche bei den Franckeschen Stiftungen. Ein Blick lohnt sich dabei sowohl aus religiösen als auch kulturellen, historischen, ästhetischen oder architektonischen Gründen.

Daneben ist ebenso ein Besuch in der Nudelmanufaktur Tranquebar mit selbstgemachter Pasta und Salaten, alles frisch und möglichst aus der Region, zu empfehlen. Das griechische Restaurant Rhodos ist für einen entspannten Mittag oder Abend eine genauso gute Anlaufstelle. Das Spielehaus hingegen ist ideal für Spieleabende oder -nachmittage, an denen man mit Freunden oder der Familie Lust hat, sich aus über 300 Karten- und Brettspielen etwas auszusuchen und bei Kaffee, Tee oder Kakao eine schöne Zeit und in erster Linie Spaß zu haben.

Aber nicht nur die Franckeschen Stiftungen erfreuen sich in der Südlichen Innenstadt großer Beliebtheit und Interesse. So kann sich jedes Stadtviertel mit Saalezugang in Halle mehr als glücklich schätzen. Es ist wie eine dauerhaft ausgesprochene Einladung zum Verweilen und Erholen. Hier befindet sich zudem direkt am Saaleufer auch ein Studentenwohnheim, in diesem Falle ein sogenanntes Studentenwohnhaus mit verschiedenen WGs.

Foto: David Köster

Foto: David Köster

Insbesondere die kleinen grüne Inseln abseits der großen Straßen und die begrünten Innenhöfe machen das Stadtviertel lebens- und liebenswert und verleihen ihm den sprichwörtlichen Charme.  Was vielleicht etwas überrascht, ist die Tatsache, dass in diesem Teil Halles darüber hinaus viele Gebäude denkmalgeschützt sind. Deshalb lässt sich hier an vielen Orten die gründerzeitliche Architektur bewundern, die das Stadtviertel so sehr prägt.

Ein gutes Spiegelbild für die Südliche Innenstadt lässt sich sicher im sogenannten Quellstein, der auf dem Hof des Altenpflegeheims „Haus der Generationen“ steht, entdecken. Er soll nämlich die Begegnung der verschiedenen Generationen darstellen und wo würde er besser passen als in einem Stadtviertel, in dem man heute über die Schule von damals lernt, und wo unzählige Studierende durch Straßen und Gassen laufen, die von Altbauten aus der Gründerzeit gesäumt sind?​